CMS Event in Da­vos: On­line-Platt­for­men – ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell

24/01/2019

Frankfurt/Main - Bei einer Veranstaltung von CMS und der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ haben Sheryl Sandberg, COO von Facebook Inc., und Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank AG, über aktuelle Herausforderungen ihrer Unternehmen sowie über die Bedeutung von Vertrauen und Transparenz gesprochen. Außerdem haben führende Experten über den zunehmenden Erfolg von Online-Plattformen diskutiert.

Die Bedeutung von Vertrauen und Transparenz in einer digitalisierten und vernetzten Welt

Sheryl Sandberg verteidigte das werbebasierte Geschäftsmodell von Facebook: „Wir verkaufen keine Daten. […] Vielmehr nutzen wir die Informationen, um Werbung zu platzieren, die für die User relevant ist.“ Rückblickend räumte sie jedoch ein: „Wir hätten unser Geschäftsmodell besser erklären müssen.“ Und sie versprach: „Wir haben uns vorgenommen, den Menschen besser zu vermitteln, für welche Zwecke ihre Daten verwendet werden.“ 

Christian Sewing sprach über seine erste Reaktion auf den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank: „Es ist enttäuschend, weniger für mich persönlich, sondern für die 92.000 Beschäftigten, die Tag für Tag an der Umstrukturierung der Deutschen Bank mitarbeiten. Die Aufsichtsbehörden haben uns bestätigt, dass unsere Kontrollmechanismen jetzt besser wirken. Und wenn es dann zu einem solchen Vorfall kommt, ist man doch enttäuscht.“ Auf die Frage, wie er auf die Anschuldigungen reagiert habe, meinte der Vorstandschef weiter: „Damit muss man umgehen, das ist die Aufgabe eines Managers. Man sammelt sich. Man kooperiert mit der Staatsanwaltschaft. Unserer Auffassung nach liegt auf unserer Seite kein Fehlverhalten vor.“

Der Erfolg von Online-Plattformen

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion haben sich führende Experten über den wachsenden Erfolg von Plattformmodellen ausgetauscht.

Einführend erklärte Cornelius Brandi, Executive Chairman von CMS: „Es steht außer Zweifel, dass der technische Fortschritt etwas Positives ist. Doch den Online-Plattformen scheinen wir mit gemischten Gefühlen gegenüber zu stehen, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie einen erheblichen Einfluss auf das menschliche Miteinander haben.“

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darüber, dass digitale Plattformen einen großen Nutzen bieten, weil sie als Vermittler die Abwicklung von Geschäften erleichtern und außerdem innovativ sind. Doch insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz tragen die entsprechenden Anbieter eine große Verantwortung. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde forderten die Gesetzgeber auf, bezüglich der Regulierung digitaler Unternehmen nicht länger lokal, sondern global zu denken. An der Diskussion nahmen Craig Dawson (Executive Partner, IBM Automation Platform Leader Europe), Olivier Grémillon (Vice President, Booking.com), Prof. Annabelle Gawer (Chaired Professor in Digital Economy, Surrey Business School; Director, Surrey Centre of Digital Economy) und Dóra Petrányi (Partner im Bereich Technology, Media and Communications bei CMS) teil.

Mit Blick auf die Zukunft zog Dóra Petrányi folgendes Fazit: „Aktuelle Studien zeigen, dass nur acht Prozent der Unternehmen ihre Geschäftsmodelle beibehalten werden können, wenn die Digitalisierung im derzeitigen Tempo weiter voranschreitet. Aufsichtsbehörden rund um den Globus stehen vor der schwierigen Aufgabe einer Abwägung zwischen der Unterstützung der Innovationstätigkeit und der Notwendigkeit, die Chancen anderer zur Teilnahme an der Digitalisierung zu wahren. Ein gutes Beispiel dafür war in jüngster Zeit die Unterstützung von Kooperationen beim Ausbau der europäischen Telekommunikationsinfrastruktur.“

Zu einer Aufzeichnung der Diskussionen gelangen Sie hier.

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Davos Press Release
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