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Private Equity Panel von CMS Hasche Sigle und FINANCE: Private-Equity-Investoren sind Anfang 2012 skeptisch

23/02/2012

Frankfurt/Main - Seit dem Einbruch im Herbst hat sich die Lage am deutschen Private-Equity-Markt noch nicht wieder gebessert. Gleich mehrere Indikatoren des Private Equity Panels von CMS Hasche Sigle und FINANCE deuten darauf hin. Die Schockwellen der Eurokrise und des sommerlichen Börsencrashs haben die Finanzinvestoren im deutschen Mittelstand zurückgeworfen. Statt um Neuinvestments will sich jeder zweite Befragte in diesem Jahr um seine Investoren und um das Fundraising kümmern.

Insbesondere die Dealaktivität und dort im Speziellen Unternehmensverkäufe (Exits), bereiten den führenden Vertretern von rund 40 Finanzinvestoren, die Mitglied des FINANCE Private Equity Panels sind, Sorgen: Drei von vier Exit-Kanälen schätzen die befragten Finanzinvestoren schlechter ein als vor einem Jahr. Von Börsengängen erwarten die Finanzinvestoren nichts. Auf einer Skala von 1 (extrem schlecht) bis 10 (extrem gut) liegen ihre Erwartungen, 2012 ein Portfoliounternehmen im Zuge eines Börsengangs veräußern zu können, bei sehr niedrigen 2,13 Punkten – eine Halbierung gegenüber dem Vorjahreswert von 3,82. „Der Erfolg der PE-Branche 2012 wird maßgeblich davon abhängen, ob und wann es gelingt, den Markt langfristig zu beruhigen. Sollten sich die Wogen zeitnah dauerhaft glätten, kann 2012 für die Branche möglicherweise doch noch ein recht erfolgreiches Jahr werden“, glaubt Dr. Joachim Dietrich, Partner der Kanzlei CMS Hasche Sigle.

Das Problem: Die PE-Investoren verspüren eine echte Kreditklemme. Sowohl der Zugang zu Finanzierungen (minus 10 Prozent) als auch die Konditionen der Kredite (minus 7 Prozent) haben sich gegenüber der letzten Umfrage verschlechtert. „Banken bereiten den PE-Investoren weiterhin Sorgen“, sagt Dr. Tobias Schneider, Partner bei CMS Hasche Sigle. Dietrich ergänzt: „Notfalls müssen die PE-Investoren Transaktionen wieder ausschließlich mit Eigenkapital (vor-) finanzieren und auf zeitnahe Recaps hoffen“.

Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass die Private-Equity-Investoren das Schlimmste schon hinter sich haben könnten. So zogen die Geschäftsaussichten der Portfoliounternehmen für die nächsten zwölf Monate gegenüber Oktober 2011 um 7 Prozent auf 6,49 Punkte an – ein alles andere als rezessiver Wert.

Bei der Überbrückung dieser ungleichen Trends könnte flexiblen Vertragsgestaltungen eine wichtige Rolle zufallen, glauben die Befragten. Der Arbeit an Vertragsdetails räumen die PE-Manager deutlich mehr Bedeutung ein als vor einem Jahr. „Im aktuellen Marktumfeld wird häufiger Wert auf flexible Kaufpreisgestaltungen gelegt“, berichtet Schneider. „Bei der Formulierung dieser komplexen Klauseln ist aber größte Sorgfalt gefragt, damit später daraus kein Streit entsteht.“

Bei der Einschätzung der Attraktivität einzelner Branchen für Neuinvestments gab es deutliche Veränderungen. Am stärksten in der Gunst gewinnen konnten die Software- und IT-Branche (plus 18 Prozent), der Handel (plus 15 Prozent) und der Elektroniksektor (plus 15 Prozent). Am begehrtesten bleiben Dienstleistungsunternehmen, die die Panelisten um fünf Prozent besser einschätzen als vor vier Monaten. Größter Verlierer war die von Preiskämpfen gebeutelte Erneuerbare-Energien-Branche mit einem Rückgang von 12 Prozent. Damit fallen die Cleantech-Unternehmen auf Rang 12 von 15 Branchen zurück. Im Mai 2011 – kurz nach dem Atomunfall in Japan – galten sie noch als die zweitattraktivste Branche. Der zweitgrößte Verlierer ist der Bereich „Financial Services“ mit Einbußen von 13 Prozent.

Dies sind die zentralen Ergebnisse der Herbstbefragung des Private Equity Panels, für das CMS Hasche Sigle gemeinsam mit dem Fachmagazin FINANCE dreimal im Jahr 40 Private-Equity-Häuser, die in den deutschen Mittelstand investieren, befragt. >> Download Panel-Ergebnisse

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Veröffentlichung
PM_PEPanel_23_02_2012.pdf
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Veröffentlichung
FINANCE Private Equity Panel - Umfrage Februar 2012 (0,1 MB)
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Personen

Tobias Schneider
Dr. Tobias Schneider
Partner
Stuttgart
Joachim Dietrich
Dr. Joachim Dietrich
Partner
Frankfurt