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Veröffentlichungen

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Tätigkeitsbereiche
11 Juni 2021
Ab­fall­wirt­schaft in CEE
Über wei­te­re Ent­wick­lung der Ab­fall­wirt­schaft in CEE le­sen Sie in un­se­rem kos­ten­lo­sen Abo­dienst CMS Law-Now.
11 Juni 2021
CO­VID-19 und Ar­beits­recht: Test- und Impf­pflicht am Ar­beits­platz?
CMS Em­ploy­ment Snack: Vom Imp­fen und Tes­ten im Ar­beits­ver­hält­nis
11 Juni 2021
CMS Em­ploy­ment Snack: Vom Imp­fen und Tes­ten im Ar­beits­ver­hält­nis
Ge­impft, ge­ne­sen oder ge­tes­tet – die „3G For­mel“ er­mög­licht ei­ne vor­sich­ti­ge Rück­kehr in den All­tag. Ar­beit­ge­be­rIn­nen ver­mis­sen aber kla­re Re­ge­lun­gen dar­über, ob sie CO­VID-19 Tes­tun­gen an­ord­nen kön­nen oder nach dem Impf­sta­tus bzw. ei­ner CO­VID-19 In­fek­ti­on fra­gen dür­fen. Ge­mein­sam mit Univ.-Prof. Dr.med.univ. Mar­kus Mül­ler, Rek­tor der Me­di­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Wien, be­ant­wor­ten An­drea Potz und Chris­toph Wolf Fra­gen der Ge­stal­tung und Um­set­zung be­trieb­li­cher Si­cher­heits­kon­zep­te vor dem Hin­ter­grund des der­zei­ti­gen Stan­des der Wis­sen­schaft.
10 Juni 2021
Ins-pect | Der In­sol­venz-Check: NPL/Ver­schlech­te­rung der As­set Qua­li­ty
Wir be­leuch­ten in die­sem We­bi­nar die Ka­pi­ta­l­ent­las­tung für Ban­ken, wer­fen da­bei ei­nen Blick auf die Ver­brie­fungs­ver­ord­nung und die struk­tu­rel­len Op­tio­nen. Wir se­hen uns die trans­ak­ti­ons­recht­li­chen As­pek­te beim Ab­bau von NPLs durch Ver­kauf oder Ver­wer­tung von Si­cher­hei­ten an. Wel­che Er­leich­te­run­gen könn­te die Um­set­zung des Richt­li­ni­en­vor­schla­ges zu Kre­dit­ver­käu­fen brin­gen? De­tails zu den ein­zel­nen The­men fin­den Sie in un­se­rem Pro­gramm.
17 Mai 2021
Whist­leb­lo­wing: Span­nungs­feld zwi­schen Mei­nungs­frei­heit und Schutz wirt­schaft­li­cher...
News­Mo­ni­tor Ar­beits­recht - Fol­ge 8
03 Mai 2021
Ins-pect | Der In­sol­venz-Check: Aus­wir­kun­gen ei­ner In­sol­venz im Ver­ga­be­ver­fah­ren
Be­tei­ligt sich ein Un­ter­neh­men an ei­nem Ver­ga­be­ver­fah­ren, hat ei­ne In­sol­venz be­deu­ten­de Aus­wir­kun­gen dar­auf.Wir be­leuch­ten in die­sem We­bi­nar die Kon­se­quen­zen, die ei­nem Un­ter­neh­mer in die­sem Fall dro­hen und zei­gen Ge­stal­tungs­spiel­räu­me auf. De­tails zu den ein­zel­nen The­men fin­den Sie in un­se­rem Pro­gramm.Das Vi­deo dau­ert ein­schließ­lich ei­ner Q&A Ses­si­on 45 Mi­nu­ten.
22 April 2021
Ins-pect | Der In­sol­venz-Check: Um­set­zung der Re­struk­tu­rie­rungs-Richt­li­nie...
Im Fe­bru­ar wur­de nach ei­ni­ger Vor­lauf­zeit der schon lan­ge er­war­te­te Ent­wurf der Re­struk­tu­rie­rungs­ord­nung ver­öf­fent­licht, mit dem die Re­struk­tu­rie­rungs­richt­li­nie in Ös­ter­reich um­ge­setzt wer­den soll.In die­sem We­bi­nar wur­den die Aus­wir­kun­gen auf die Re­struk­tu­rie­rungs­pra­xis  un­ter die Lu­pe ge­nom­men. Die Prä­sen­ta­ti­on der Ver­an­stal­tung so­wie das Re­cor­ding des We­bi­nars ste­hen Ih­nen nach­ste­hend zur Ver­fü­gung.
21 April 2021
Kurz­ar­beit – kein be­son­de­rer Be­stand­schutz für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter
News­Mo­ni­tor Ar­beits­recht - Fol­ge 7
19 April 2021
CMS Eu­ro­pean Re­al Es­ta­te Deal Point Stu­dy 2021
Die CO­VID-19-Pan­de­mie hat auf dem eu­ro­päi­schen In­vest­ment­markt Spu­ren hin­ter­las­sen, wenn auch we­ni­ger gra­vie­rend als zu­nächst er­war­tet. Das In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men lag rund 23 % nied­ri­ger als im vor­an­ge­gan­ge­nen Re­kord­jahr 2019. Da­bei zei­gen sich mit Blick auf das ge­sam­te Jahr im eu­ro­päi­schen Markt­ver­gleich er­heb­li­che Un­ter­schie­de. So wur­de auf dem deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt im Jahr 2020 ein Rück­gang von 19 % im Ver­gleich zum Vor­jahr fest­ge­stellt. Mit die­sem In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men war Deutsch­land im ver­gan­ge­nen Jahr der zweit­größ­te Im­mo­bi­li­en­markt nach den USA und da­mit der größ­te in Eu­ro­pa. In Frank­reich und Ita­li­en ging das In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men hin­ge­gen um 35 % bzw. 28 % und in Tsche­chi­en so­gar um 56 % zu­rück.Auch der An­teil aus­län­di­scher In­ves­to­ren war in den Märk­ten spür­bar rück­läu­fig. Die As­set­klas­se Bü­ro blieb nach wie vor Spit­zen­rei­ter, mit Blick auf ver­stärk­te Ar­beit im Ho­me­of­fice je­doch mit deut­li­chen Ab­schlä­gen. Nicht über­ra­schend ist der wei­te­re An­stieg im Be­reich Lo­gis­tik. Die Pan­de­mie wirk­te sich aber auch auf die Kauf­ver­trä­ge und die durch­schnitt­li­che Trans­ak­ti­ons­dau­er aus. So setz­te sich der Trend zu eher käu­fer­freund­li­chen Re­ge­lun­gen durch, was durch sin­ken­de De-mi­ni­mis- und Bas­ket-Schwel­len so­wie Caps und län­ge­re Ver­jäh­rungs­fris­ten zum Aus­druck kommt. Im Schnitt wur­den zu­dem deut­lich län­ge­re Ver­trags­ver­hand­lun­gen fest­ge­stellt, ver­mehrt auch mit Trans­ak­ti­ons­ab­brü­chen.Das eu­ro­päi­sche In­vest­ment­vo­lu­men be­fin­det sich trotz des ver­zeich­ne­ten Rück­gangs nach wie vor auf ho­hem Ni­veau. Dies geht vor al­lem auf die an­hal­tend gu­ten Kre­dit­be­din­gun­gen so­wie auf den Man­gel al­ter­na­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen zu­rück. Wie sich das Im­mo­bi­li­en­in­vest­ment im Jahr 2021 ent­wi­ckelt, wird maß­geb­lich vom wei­te­ren Ver­lauf der Pan­de­mie ab­hän­gig sein. Wir freu­en uns, dass Frank Leuk­hardt, Ge­schäfts­füh­rer und Re­gio­nal Ma­na­ger bei Col­liers, uns ei­ne ers­te Ein­schät­zung hier­zu in ei­nem In­ter­view ge­ge­ben hat.Un­se­re neue CMS Eu­ro­pean Re­al Es­ta­te Deal Point Stu­dy 2021 um­fasst mitt­ler­wei­le über 1.900 Trans­ak­tio­nen. Wir zie­hen da­bei die im Zeit­raum 2010 bis 2020 be­treu­ten Trans­ak­tio­nen zum Ver­gleich her­an und kön­nen da­durch Ent­wick­lun­gen und Trends auf­zei­gen.Die Re­ak­tio­nen aus dem Markt zu un­se­rer Stu­die zei­gen, dass sie ein hilf­rei­ches Tool zur Vor­be­rei­tung von Ver­trags­ver­hand­lun­gen sein kann.
13 April 2021
Gilt die Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung für Me­di­zin­pro­duk­te mit CE-Kenn­zeich­nung...
Der OGH hat jüngst be­stä­tigt, dass zu­min­dest bei Me­di­zin­pro­duk­ten, die un­ter Ein­bin­dung ei­ner be­nann­ten Stel­le zer­ti­fi­ziert wur­den, der In­ver­kehr­brin­ger dar­auf ver­trau­en darf, dass sie den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen ent­spre­chen. UWG-An­sprü­che ge­gen den In­ver­kehr­brin­ger schei­den da­her aus. Die­ser Bei­trag er­läu­tert die Ent­schei­dung so­wie die ihr zu­grun­de lie­gen­den re­gu­la­to­ri­schen Rah­men­be­din­gun­gen und be­schäf­tigt sich auch da­mit, was in an­ders ge­la­ger­ten Fall­kon­stel­la­tio­nen gilt, zb bei Me­di­zin­pro­duk­ten der Klas­se I, die oh­ne Ein­bin­dung ei­ner be­nann­ten Stel­le vom Her­stel­ler in Ei­gen­ver­ant­wor­tung zer­ti­fi­ziert wer­den. A.    Die Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung für Me­di­zin­pro­duk­te Bei Me­di­zin­pro­duk­ten gibt es an­ders als bei Arz­nei­mit­teln kein Sys­tem der Zu­las­sung durch ei­ne staat­li­che Be­hör­de, son­dern der Her­stel­ler bringt in Ei­gen­ver­ant­wor­tung das CE-Kenn­zei­chen auf dem Me­di­zin­pro­dukt an und be­stä­tigt da­durch, dass es den ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ent­spricht.1  In vie­len Fäl­len er­folgt die CE-Kenn­zeich­nung je­doch un­ter Ein­bin­dung ei­ner be­nann­ten Stel­le. Hier­bei han­delt es sich um ei­ne staat­lich be­nann­te und staat­lich über­wach­te pri­va­te Prüf­stel­le, die ab­hän­gig vom ge­wähl­ten Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­ver­fah­ren die tech­ni­sche Do­ku­men­ta­ti­on, je­des ein­zel­ne Pro­dukt oder ein Bau­mus­ter prüft so­wie das Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem au­di­tiert, zer­ti­fi­ziert und über­wacht.2  Die Ein­bin­dung ei­ner be­nann­ten Stel­le ist bei al­len Pro­duk­ten, die nicht der Klas­se I zu­zu­rech­nen sind, ver­pflich­tend.3  Die Ver­ant­wor­tung für die Kon­for­mi­tät der Me­di­zin­pro­duk­te mit den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen liegt aber auch bei Ein­bin­dung ei­ner be­nann­ten Stel­le beim Her­stel­ler. 4 1.    Me­di­zin­pro­duk­te-Richt­li­nie und In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Richt­li­nie Nach der Me­di­zin­pro­duk­te-Richt­li­nie und der In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Richt­li­nie gilt für Me­di­zin­pro­duk­te und In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka, die mit ei­nem CE-Kenn­zei­chen nach die­sen Richt­li­ni­en ver­se­hen wur­den, die Ver­mu­tung, dass sie den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen die­ser Richt­li­ni­en ent­spre­chen und sich des­halb für ih­ren Ver­wen­dungs­zweck eig­nen (so ge­nann­te „Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung“). Der freie Ver­kehr sol­cher Pro­duk­te in den Mit­glied­staa­ten darf da­her nicht be­hin­dert wer­den.5So­wohl die Me­di­zin­pro­duk­te­richt­li­nie als auch die In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Ver­ord­nung er­mög­li­chen es je­doch, die Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung zu wi­der­le­gen.6  Wenn ein Mit­glied­staat fest­stellt, dass ein Me­di­zin­pro­dukt oder In-vi­tro-Dia­gnos­ti­kum die Ge­sund­heit oder Si­cher­heit der Pa­ti­en­ten, An­wen­der oder Drit­ter oder die Si­cher­heit von Ei­gen­tum ge­fähr­den kön­nen, kann er ge­eig­ne­te vor­läu­fi­ge Maß­nah­men tref­fen, um die­se Pro­duk­te vom Markt zu neh­men oder ihr In­ver­kehr­brin­gen oder ih­re In­be­trieb­nah­me zu ver­bie­ten oder ein­zu­schrän­ken. Der Mit­glied­staat hat der Kom­mis­si­on die­se Maß­nah­men un­ver­züg­lich un­ter An­ga­be der Grün­de für sei­ne Ent­schei­dung mit­zu­tei­len. Die Kom­mis­si­on ent­schei­det nach An­hö­rung der Par­tei­en, ob die Maß­nah­me ge­recht­fer­tigt war und in­for­miert den be­tref­fen­den Mit­glied­staat so­wie ge­ge­be­nen­falls die an­de­ren Mit­glied­staa­ten so­wie den Her­stel­ler oder des­sen Be­voll­mäch­tig­ten.7  Wenn sich her­aus­stellt, dass ein Me­di­zin­pro­dukt trotz CE-Kenn­zeich­nung nicht die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen der Richt­li­nie er­füllt, muss der be­tref­fen­de Mit­glied­staat die ge­eig­ne­ten Maß­nah­men er­grei­fen und da­von die Kom­mis­si­on so­wie die üb­ri­gen Mit­glied­staa­ten un­ter­rich­ten.8 Fer­ner muss der Her­stel­ler bzw des­sen Be­voll­mäch­tig­ter, wenn ein Mit­glied­staat fest­stellt, dass die CE-Kenn­zeich­nung un­be­rech­tig­ter­wei­se an­ge­bracht wur­de, den Ver­stoß un­ter den von die­sem Mit­glied­staat fest­ge­leg­ten Be­din­gun­gen ab­stel­len.9 2.    Ös­ter­rei­chi­sches Me­di­zin­pro­duk­te­ge­setz Das ös­ter­rei­chi­sche Me­di­zin­pro­duk­te­ge­setz (MPG) setzt die­se Vor­ga­ben in den §§ 22-24 und 77 um. Ge­mäß § 22 Abs 1 MPG gilt bei Me­di­zin­pro­duk­ten, die mit der CE-Kenn­zeich­nung ver­se­hen sind, grund­sätz­lich die An­nah­me, dass sie den ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ent­spre­chen, „so­fern die­se nicht wi­der­legt wur­de“. Der Ge­set­zes­text geht da­mit von ei­ner Wi­der­leg­bar­keit der Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung10 aus  und nor­miert in der Fol­ge das Ver­fah­ren für ei­ne sol­che Wi­der­le­gung. Das Bun­des­amt für Si­cher­heit im Ge­sund­heits­we­sen (BASG) kann bei ei­nem be­grün­de­ten Ver­dacht, dass die CE-Kenn­zeich­nun­gen ent­ge­gen den ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen an­ge­bracht wur­de, ge­eig­ne­te Über­wa­chungs­maß­nah­men ein­lei­ten, das Pro­dukt durch ei­ne be­nann­te Stel­le oder ei­nen Sach­ver­stän­di­gen prü­fen las­sen und ge­ge­be­nen­falls das wei­te­re In­ver­kehr­brin­gen des be­tref­fen­den Er­zeug­nis­ses ein­schrän­ken oder un­ter­sa­gen.11  Der Bun­des­mi­nis­ter für Ge­sund­heit hat über die ge­trof­fe­nen Maß­nah­men die Kom­mis­si­on zu in­for­mie­ren. 12 B.    Recht­spre­chung des EuGH zur Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung  Der EuGH hat sich be­reits mehr­mals mit der Reich­wei­te der Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung und ih­rer Wi­der­le­gung be­schäf­tigt.  1.    Rechts­sa­che Me­di­pac-Ka­zant­zi­dis In der Rechts­sa­che Me­di­pac-Ka­zant­zi­dis13  stell­te sich die­se Fra­gen im Zu­ge ei­nes Ver­ga­be­ver­fah­rens für die Lie­fe­rung von mit CE-Kenn­zeich­nun­gen ver­se­he­nem chir­ur­gi­schen Naht­ma­te­ri­al an ein öf­fent­li­ches Kran­ken­haus. In der Aus­schrei­bung war fest­ge­legt, dass das Ma­te­ri­al ge­mäß dem Eu­ro­päi­schen Arz­nei­buch zer­ti­fi­ziert sein und ei­ne CE- Kenn­zeich­nung tra­gen muss­te. Zu­schlags­kri­te­ri­um soll­te das nied­rigs­te An­ge­bot sein. Me­di­pac ge­hör­te zu den neun Un­ter­neh­men, die ein An­ge­bot ab­ga­ben. Das von Me­di­pac an­ge­bo­te­ne Ma­te­ri­al war – wie von der Aus­schrei­bung ge­for­dert – ge­mäß dem Eu­ro­päi­schen Arz­nei­buch zer­ti­fi­ziert und mit ei­ner CE-Kenn­zeich­nung ver­se­hen. Den­noch wur­de es vom Ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen, mit der Be­grün­dung, dass es nicht den tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen der Aus­schrei­bung ent­spre­che. Im Zu­ge des Wi­der­spruchs von Me­di­pac ge­gen die­se Ent­schei­dung wur­de dem EuGH die Fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt, ob ein öf­fent­li­cher Auf­trag­ge­ber Me­di­zin­pro­duk­te we­gen tech­ni­scher Un­zu­läng­lich­keit aus ei­nem Ver­ga­be­ver­fah­ren aus­schei­den kann, wenn die­se ei­ne CE-Kenn­zeich­nung nach der Me­di­zin­pro­duk­te-Richt­li­nie auf­wei­sen.Der EuGH ver­nein­te die­se Fra­ge. Er ver­wies zu­nächst auf die in der Me­di­zin­pro­duk­te-Richt­li­nie fest­ge­leg­te Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung. Dem­nach sei da­von aus­zu­ge­hen, dass Me­di­zin­pro­duk­te, die den har­mo­ni­sier­ten Nor­men ent­spre­chen und ge­mäß den Ver­fah­ren der Richt­li­nie zer­ti­fi­ziert wor­den sind, die­se grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len und sich für ih­ren Ver­wen­dungs­zweck eig­nen. Stellt sich her­aus, dass ein mit der CE-Kenn­zeich­nung ver­se­he­nes Me­di­zin­pro­dukt nicht die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen der Richt­li­nie er­füllt, muss der be­tref­fen­de Mit­glied­staat nach Art 8 Abs 3 der Richt­li­nie die ge­eig­ne­ten Maß­nah­men er­grei­fen und da­von die Kom­mis­si­on so­wie die üb­ri­gen Mit­glied­staa­ten un­ter­rich­ten. Wenn an­ge­bo­te­ne Pro­duk­te beim öf­fent­li­chen Auf­trag­ge­ber trotz CE-Kenn­zeich­nung Be­den­ken hin­sicht­lich der Ge­sund­heit oder Si­cher­heit der Pa­ti­en­ten we­cken, ver­weh­ren es über­dies der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung der Bie­ter und die Pflicht zur Trans­pa­renz zur Ver­hin­de­rung von Will­kür dem be­tref­fen­den öf­fent­li­chen Auf­trag­ge­ber, selbst das frag­li­che An­ge­bot di­rekt ab­zu­leh­nen, und ver­pflich­ten ihn da­zu, ein Ver­fah­ren wie das Schutz­ver­fah­ren nach Art 8 der Me­di­zin­pro­duk­te-Richt­li­nie ein­zu­hal­ten, das ei­ne ob­jek­ti­ve und un­ab­hän­gi­ge Be­ur­tei­lung und Kon­trol­le der gel­tend ge­mach­ten Ri­si­ken ge­währ­leis­tet. 2.    Rechts­sa­che Servo­prax In der Rechts­sa­che Servo­prax14 be­stä­tig­te der EuGH die­se Über­le­gun­gen für den An­wen­dungs­be­reich der In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Richt­li­nie. Die von Servo­prax im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich ein­ge­kauf­ten und in Deutsch­land wie­der­ver­kauf­ten Test­strei­fen zur Blut­zu­cker­selbst­kon­trol­le wa­ren mit der An­ga­be der Mes­s­ein­heit „mmol/l“ ver­se­hen. Für die­se Pro­duk­te hat­te ei­ne be­nann­te Stel­le im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich ei­ne Kon­for­mi­täts­be­wer­tung durch­ge­führt und sie tru­gen die CE-Kenn­zeich­nung. Nun stell­te sich das Pro­blem, dass die von der Her­stel­le­rin für den deut­schen Markt be­stimm­ten Test­trei­fen ne­ben der Mes­s­ein­heit „mmol/l“ auch die Mes­s­ein­heit „mg/dl“ auf­wie­sen. Servo­prax hat­te auf den von ihr in Deutsch­land ver­trie­be­nen Test­strei­fen über­dies ei­nen Auf­kle­ber in deut­scher Spra­che an­ge­bracht und ih­nen ei­ne deut­sche Ge­brauchs­an­wei­sung bei­ge­fügt. Der EuGH hat­te sich mit der Fra­ge zu be­schäf­ti­gen, ob Servo­prax un­ter die­sen Um­stän­den die Test­strei­fen ei­ner er­neu­ten oder er­gän­zen­den Kon­for­mi­täts­be­wer­tung nach Art. 9 der Richt­li­nie un­ter­zie­hen muss, be­vor das Pro­dukt in Deutsch­land in Ver­kehr ge­bracht wer­den kann. Der EuGH ver­nein­te auch die­se Fra­ge un­ter Be­ru­fung auf die Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung und die Mög­lich­keit, die­se im Schutz­ver­fah­ren zu wi­der­le­gen. Er be­ton­te, dass die In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Richt­li­nie die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen har­mo­ni­siert, de­nen die in ih­ren An­wen­dungs­be­reich fal­len­den In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka ge­nü­gen müs­sen. Ent­spre­chen die Pro­duk­te den har­mo­ni­sier­ten Nor­men und sind sie ge­mäß den Ver­fah­ren der RL zer­ti­fi­ziert wor­den, ist zu ver­mu­ten, dass sie die­se grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len, und des­halb an­zu­neh­men, dass sie sich für ih­ren Ver­wen­dungs­zweck eig­nen. Art 4 Abs 1 der Richt­li­nie ver­bie­tet es den Mit­glied­staa­ten, das In­ver­kehr­brin­gen von Pro­duk­ten mit ei­ner CE-Kenn­zeich­nung zu be­hin­dern, wenn die­se ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tung nach Art 9 der RL un­ter­zo­gen wor­den sind. Die in der Richt­li­nie nor­mier­te Kom­bi­na­ti­on aus Schutz­ver­fah­ren so­wie Be­ob­ach­tungs- und Mel­de­ver­fah­ren er­mög­li­che es, die Ge­sund­heit und Si­cher­heit der Be­trof­fe­nen zu schüt­zen und da­bei die Be­ein­träch­ti­gun­gen des frei­en Wa­ren­ver­kehrs zu be­gren­zen, die ent­stün­den, wenn die vor­ge­schrie­be­nen Än­de­run­gen der Kenn­zeich­nung und Ge­brauchs­an­wei­sung zur Er­fül­lung der sprach­li­chen An­for­de­run­gen des Ein­fuhr­mit­glied­staats ei­ner neu­er­li­chen Kon­for­mi­täts­be­wer­tung un­ter­zo­gen wer­den müss­ten. Art 9 der In-vi­tro-Dia­gnos­ti­ka Richt­li­nie ist da­hin aus­zu­le­gen, dass er den Par­al­lel­im­por­teur ei­nes Pro­dukts mit ei­ner CE-Kenn­zeich­nung nicht ver­pflich­tet, ei­ne neue Be­wer­tung vor­neh­men zu las­sen.
09 April 2021
Coo­kies rechts­kon­form ver­wen­den - so ver­mei­den Sie Stra­fen
Al­les, was Sie über die DS­GVO wis­sen müs­sen!
01 April 2021
Ho­me­of­fice-Ge­set­zes­pa­ket: Was se­hen die nun­mehr be­schlos­se­nen Re­ge­lun­gen...
Vi­de­os & Au­dio­re­cor­dings rund um das The­ma Ho­me­of­fice und Ar­beits­recht!