Was hat Sie motiviert, Equity Partner bei CMS zu werden, und welche persönlichen Ziele verfolgen Sie in dieser neuen Rolle?
Lukas Peissl: Die Ernennung zum Equity Partner bei CMS ist Anerkennung und Auftrag zugleich. Anerkennung für bisherige Erfolge und Auftrag, die hervorragende Praxisgruppe mit Elan und Teamgeist fortzuentwickeln. Letzteres gelingt nur mit einem smarten, schlagkräftigen Team, über das wir glücklicherweise verfügen, und für das Arno Zimmermann und ich noch mehr als bisher Verantwortung übernehmen dürfen.
Arno Zimmermann: Nach 11 Jahren bei CMS ist dies ein konsequenter Schritt, wenn auch sicherlich kein selbstverständlicher, und eine große neue Herausforderung. Schon als Student hatte ich ein Faible für die Falllösung. Dies im echten Leben, mit allen Höhen und Tiefen, und einem schlagkräftigen Litigation-Team fortzusetzen, betrachte ich tatsächlich als Idealzustand.
Stefan Paulmayer: Die Entscheidung, Equity Partner bei CMS zu werden, ist für mich eine spannende Weiterentwicklung sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Besonders motiviert mich die Möglichkeit, in einem internationalen Umfeld mit hochkarätigen Mandanten und Kollegen und Kolleginnen zu arbeiten und aktiv die strategische Ausrichtung der Kanzlei mitzugestalten. CMS bietet mir die Chance, Verantwortung auf einer neuen Ebene zu übernehmen und meine Erfahrungen und Ideen einzubringen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln und unsere Marktposition zu stärken.
Wie sehen Sie Ihre Rolle im Kontext des Generationswechsels innerhalb der Kanzlei?
Stefan Paulmayer: Ich sehe meine Rolle als Brückenbauer zwischen der etablierten Führungsebene und der nächsten Generation von Jurist:innen. Es ist wichtig, die Kultur der Kanzlei weiterzuentwickeln und gleichzeitig die traditionsreichen Werte von CMS zu bewahren. Ich möchte die jüngeren Partner und Kollegen nicht nur fachlich fördern, sondern sie auch in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützen.
Lukas Peissl: Zunächst einmal gebührt jener Generation innerhalb von CMS Dank, die die Kanzlei und insbesondere unser Team in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut und als eine der besten Adressen am Markt etabliert hat. Hierfür möchte ich meine Wertschätzung ausdrücken. Auf diesen Lorbeeren darf man sich jedoch nicht ausruhen und jetzt gilt es für uns, den Erfolg weiter auszubauen. Dies wird uns dann gelingen, wenn wir die junge Generation konsequent so fördern, wie auch wir in unserer bisherigen Tätigkeit gefördert wurden. Und dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.
Arno Zimmermann: Letztlich ist eine Rechtsanwaltskanzlei immer gefordert, mit ihren Mandanten zu wachsen und sich mit ihren Mandanten, die selbst vor Generationswechseln stehen, zu verändern. Der Geist, der stets verneint hinter dem Mahagoni-Schreibtisch ist längst passé, Mandanten wollen digitale, schlank strukturierte Problemlöser. Diesen Weg, den CMS bereits eingeschlagen hat, konsequent fortzusetzen, ist unser Ziel.
Welche spezifischen Herausforderungen sehen Sie derzeit in Ihren Fachbereichen Corporate Litigation und Corporate Transactions/Banking & Finance?
Stefan Paulmayer: Die letzten 18 Monate waren von einer Insolvenzwelle geprägt, die seit Ende der Pandemie bereits erwartet wurde. Letztlich wurde diese durch den Krieg gegen die Ukraine und die Inflationskrise noch weiter befeuert. Ich habe daher aktuell meinen Fokus auch wieder auf Restrukturierungen gelegt. Daneben berate ich vorwiegend großvolumigen sowie auch komplex strukturierten Finanzierungstransaktionen, sowohl im corporate, als auch real estate Bereich.
Lukas Peissl: Mein Schwerpunkt liegt eindeutig in der Prozessführung und Konfliktlösung, wobei auch die strategische Begleitung der Mandanten, gerade in turbulenteren Zeiten, eine immer größere Bedeutung gewinnt. Dank des Vertrauens unserer Mandanten durften wir hier diese in den vergangenen Jahren in einigen der größten Prozesse beraten und vertreten, die man durchaus zur Kategorie der sog “bet-your-company"-Disputes zählen darf. Derart heikle und für die Beteiligten wirtschaftlich enorm bedeutende Verfahren dürfen aber niemals isoliert betrachtet werden, sondern haben Auswirkungen auf viele unternehmens- oder konzerninterne Belange, die mitbedacht werden müssen.
Arno Zimmermann: Neben all dem bereits zu Recht Gesagtem, gilt es im Corporate Litigation Team natürlich auch, die von Johannes Reich-Rohrwig begründete erstklassige Reputation im streitigen Gesellschaftsrecht hochzuhalten. Um auch nur einen Fußstapfen zu füllen, wird es hier einiger Beine benötigen. Hierbei sind wir glücklich, dass Johannes Reich-Rohrwig noch etwas weiter rat- und tatkräftig erhalten bleibt.
Gibt es aktuelle Trends oder Entwicklungen in diesen Bereichen, die Sie besonders spannend finden und die Sie in Ihrer Arbeit berücksichtigen möchten?
Arno Zimmermann: Das Litigation-Geschäft kann in einer Zeit, die von geringen Wachstumsraten, der Erosion bestehender nationaler und internationaler Strukturen und des Transfers gigantischer Vermögensmassen von der Baby-Boomer-Generation auf deren Erben geprägt ist, an relativer Bedeutung am Rechtsmarkt deutlich gewinnen. Dabei wird es aus unserer Sicht immer essenzieller den Mandanten nicht nur hervorragend zu vertreten, sondern bei der Abwägung von Zeit-Kosten-Nutzen, als unternehmerische Entscheidung, zu beraten und zu leiten. In diesem Zusammenhang arbeiten wir bereits jetzt vermehrt mit Prozessfinanzieren zusammen, deren Bedeutung, auch jenseits von Großprozessen, zunehmen wird.
Lukas Peissl: Die Führung komplexer Prozesse und die strategische Beratung des Managements sowie von Gesellschaftern stellen keine commodity-Leistungen dar. Insofern ist neben der fachlichen Exzellenz auch immer eine entsprechende Vertrauensbeziehung erforderlich. Dies ist meines Erachtens eine Grundbedingung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in meinem Bereich. Durch KI-unterstützte Rechtsberatung wird die persönliche Beziehung künftig sogar von noch größerer Bedeutung sein.
Stefan Paulmayer: Aktuelle Trends im Banking & Finance umfassen das Wachstumspotenzial im Bereich Insolvenz & Restrukturierung, insbesondere durch den Generationswechsel, der sich auch in diesem Bereich vollzieht. Zudem gewinnen Green Loans weiterhin an Bedeutung, wobei man sehen wird, ob dieser Trend angesichts der aktuellen Entwicklungen in der US-Politik weiterhin aufrecht bleibt. Ein großes Wachstumspotenzial sehe ich in den nächsten Jahren im Bereich der Crypto Assets. Der österr. Markt gewinnt hier derzeit massiv an Attraktivität, weil internationale führende Kryptobörsen wie Bitpanda und zuletzt Bybit in Österreich ihre Europabasis gefunden haben. Aufgrund der aktuell wieder gestiegenen Zinslandschaft gewinnen zuletzt auch alternative Finanzierungsformen wie Receivables Based Finance bzw Asset Backed Finance wieder an Bedeutung.
An welchen spannenden Projekten haben Sie in letzter Zeit mit Ihren Mandant:innen gearbeitet?
Stefan Paulmayer: Als Einzeltransaktion ist sicherlich die Begleitung des Verkaufs des Althan Quartiers an die Investorengruppe um Ronny Pecik als Highlight des letzten Jahres zu nennen. Auch die Beratung der Telekom Austria AG im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Funkturmgeschäfts, dort mit dem Schwerpunkt auf einigen Bankfinanzierungen, hat mir großen Spaß gemacht.
Lukas Peissl: Hochvolumige, komplexe Verfahren sowie strategische Beratung in Konflikt- und Krisensituationen erfordern Vertraulichkeit. Diese werden wir im Interesse der Mandanten wahren. Es ist aber öffentlich bekannt, dass wir in Zusammenhang mit der Insolvenz der SIGNA Prime Selection AG in einer Vielzahl an Verfahren an der Seite des Insolvenzverwalters stehen, der im Interesse der Gläubiger eine Vielzahl an Prozessen zu führen hat.
Arno Zimmermann: Die letzte Zeit war sicherlich von insolvenz- und krisennaher Litigation geprägt und wird dies voraussichtlich auch noch einige Zeit sein. Gerade in den Bereichen der Geschäftsleiter- und Beraterhaftung haben wir hier hoch interessante Kausen am Tisch, denen ich auch durchaus zutraue, wieder den Obersten Gerichtshof mit ungeklärten Rechtsfragen zu beschäftigen.
Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der Kanzlei, und wie möchten Sie diese fördern?
Lukas Peissl: Fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit ist von hoher Bedeutung. Nur auf diese Weise kann umfassend und branchen- bzw. sektorenspezifisch beraten werden. Unternehmen befinden sich regelmäßig in einer Transformationsphase, um neue Chancen zu nützen. Diesen Weg müssen wir mit ihnen gehen und uns an der Art und Weise orientieren, wie unsere Mandanten sich für die Zukunft positionieren. Dies gelingt uns, weil die besten Köpfe aus den verschiedenen Fachbereichen proaktiv ganzheitliche Lösungen für Mandanten erarbeiten.
Stefan Paulmayer: Die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen ist der Schlüssel zu einer ganzheitlichen und optimalen Beratung unserer Mandanten. Besonders in den Bereichen Corporate, Regulatory und Banking & Finance, in denen ich tätig bin, gibt es häufig Schnittstellen zu anderen Fachbereichen. Die enge Zusammenarbeit mit Kollegen sichert letztlich die Servicequalität, die von uns erwartet wird.
Welche langfristigen Ziele haben Sie für Ihre Praxisbereiche, und wie möchten Sie zur Gesamtstrategie der Kanzlei beitragen?
Stefan Paulmayer: Mein langfristiges Ziel ist es die Position als führende Kanzlei im Bereich Banking & Finance weiter auszubauen. Gleichzeitig möchte ich den Wandel, der durch technologische Innovationen und neue regulatorische Herausforderungen vorangetrieben wird, aktiv mitgestalten. Ein weiteres Ziel ist den Einsatz moderner Technologien wie KI kanzleiintern zu forcieren. Dies allerdings nicht mit dem Ziel, junge Mitarbeiter abzubauen, sondern eben diesen Mitarbeitern neue Werkzeuge an die Hand zu geben, um den Arbeitsablauf effizienter zu gestalten.
Arno Zimmermann: Auch in der Prozessführung erwarten in den nächsten Jahren eine Aufrüstung in technologischer Hinsicht; sowohl im AI-Bereich, der in aller Munde ist, aber auch im sonstigen Case-Management. Das gesamte CMS Netzwerk ist hier bestrebt, eine Führungsrolle einzunehmen. Dies wird voraussichtlich zu einer größeren Segmentierung des Marktes führen und hier gilt es sich als premium Dispute Resolution Einheit zu etablieren.
Die neuen Equity Partner von CMS stehen für einen dynamischen Generationswechsel, der die Kanzlei zukunftsorientiert aufstellt. Mit einem klaren Fokus auf Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Förderung junger Talente sind sie bereit, die Herausforderungen der Rechtsbranche zu meistern und CMS als führenden Partner für ihre Mandanten zu positionieren.
Die neuen Equity Partner von CMS, Stefan Paulmayer, Lukas Peissl und Arno Zimmermann.