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Bericht zu Klimarisiken

Unternehmen wollen dringend mehr Klarheit über die finanziellen, re­gu­la­to­ri­schen und rechtlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel

08 Nov 2021 Deutschland 5 min. Lesezeit

Auf dieser Seite

  • Der neue „Climate Risk“-Bericht von CMS richtet den Fokus auf die Rechenschaftspflicht von Unternehmen, die Berichterstattung über die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Risiken von Rechtsstreitigkeiten im Kontext des Klimawandels
  • Finanzinstitute nehmen Unternehmen wegen möglicher Klimarisiken zunehmend in die Pflicht
  • Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel stellen ein unmittelbares und immer größeres Risiko für Unternehmen dar. Gefragt sind somit Risikobewertungen, Strategien zur Streitvermeidung sowie aussagekräftige Daten über die Auswirkungen des eigenen Handelns auf den Klimawandel

Während bei der 26. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 26) weiter über politische Maßnahmen und Ziele verhandelt wird, gehen Unternehmen immer größere Verpflichtungen zur Verbesserung ihrer CO2-Bilanz ein. Klimarisiken stehen für Firmenlenker inzwischen ganz oben auf der Agenda.

So lautet eine Kernaussage des „Climate Risk“-Berichts, den die internationale Anwaltskanzlei CMS jetzt vorgelegt hat.

„Da sich die Welt immer stärker auf eine Klimaschutzagenda zubewegt, müssen Unternehmen die entsprechenden Risiken verstehen und quantifizieren. Es gilt, klare Strategien zur Risikominderung zu erarbeiten, um Rechtsstreitigkeiten und Strafen zu vermeiden. Darüber hinaus geht es darum, sich Betriebsgenehmigungen und Wettbewerbsvorteile zu sichern“, erklärt Munir Hassan, Partner und Leiter des Fachbereichs Energie & Klimawandel bei CMS.

Die Studie geht insbesondere auf drei grundlegende Arten von Risiken ein: Das Risiko, von Finanzinstituten wegen möglicher Klimarisiken in die Pflicht genommen zu werden; Risiken im Zusammenhang mit der Berichterstattung von Unternehmen über die Auswirkungen ihres Handelns auf den Klimawandel; und Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Finanzinstitute achten auf die Klimarisiken ihrer Kunden

Neben den physischen Risiken und den Übergangsrisiken des Klimawandels sind Unternehmen auch immer mehr dem Druck von Aufsichtsbehörden und Investoren ausgesetzt. Banken und Investoren berücksichtigen verstärkt den Klimawandel bei ihren Kreditvergabe- und Investitionsentscheidungen und prüfen die Klimarisiken und Dekarbonisierungspläne des jeweiligen Unternehmens, wie im CMS-Bericht festgestellt wird. Unternehmen, die mit Klimarisiken behaftet sind, könnten es demnach bei der Beschaffung von Fremdkapital künftig schwerer haben.

Es ist zu erwarten, dass Banken und Investoren die Maßnahmenpläne und das Reporting der Unternehmen demnächst noch intensiver prüfen werden.

Steigende finanzielle Risiken durch den Klimawandel

„Unternehmen, die nichts gegen den Klimawandel tun bzw. nicht rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, werden auf Dauer erhebliche finanzielle Verluste erleiden“, so Laura Houët, Partnerin bei CMS. „Die Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Politik haben inzwischen erkannt, dass der Klimawandel die Finanzstabilität der Märkte gefährdet und haben mit bislang beispiellosen Standards, Vorschriften und Gesetzen darauf reagiert.“

Wie dem Bericht zu entnehmen ist, werden Unternehmen immer häufiger verklagt oder durch Aktivisten wegen Umweltschäden oder eines unzureichenden Handelns angeprangert. Zumeist geht es dabei um die Offenlegung von Daten, die Übernahme von Verantwortung und das Risikomanagement.

Laura Houët erklärt: „Finanzinstitute sind gut beraten, die regulatorischen Entwicklungen auf internationaler Ebene zu beobachten, Compliance-Probleme frühzeitig zu identifizieren und sich in dieser Hinsicht stark zu engagieren. Sie müssen die Reputationsrisiken und die rechtlichen Risiken des Klimawandels genauso im Blick haben wie die mit ihm verbundenen physischen Risiken und die Übergangsrisiken.“

Zunehmende Rechtsstreitigkeiten

Unternehmen sind zunehmend dem Risiko ausgesetzt, von NGOs und Einzelpersonen im Zusammenhang mit dem Klimawandel verklagt zu werden. Der „Climate Risk“-Bericht befasst sich schwerpunktmäßig mit zwei Kategorien von Gerichtsverfahren: Menschenrechtsklagen und von NGOs und Umweltgruppen gestellten Anträgen auf gerichtliche Überprüfungen einerseits und Entschädigungsklagen im Zusammenhang mit Umweltschäden andererseits.

Nach Ansicht von Kenny Henderson von CMS stellen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel ein unmittelbares und immer größeres Risiko für Unternehmen dar: „Es ist ratsam, dem Risiko von Rechtsstreitigkeiten durch Strategien zur Streitvermeidung aktiv zu begegnen, mit einem gut vorbereiteten Konzept schnell und effektiv auf Forderungen zu reagieren sowie sich mit den Hauptmerkmalen derartiger Rechtsstreitigkeiten zu befassen. Eine robuste internationale Risikobewertung und ein effektives Krisenmanagement können helfen, möglichen Massenverfahren frühzeitig entgegenzuwirken.“

Den eigenen Beitrag zum Klimawandel messen und kommunizieren

Wie der „Climate Risk“-Bericht verdeutlicht, kann eine geeignete Kommunikationsstrategie wesentlich zur Reduzierung von Klimarisiken beitragen. Sie sollte die potenziellen direkten Auswirkungen des Klimawandels auf die Branche und das Unternehmen mithilfe quantifizierbarer Daten darlegen sowie konsistente, vergleichbare und zuverlässige Informationen zum Unternehmen liefern.

Bei der Erstellung von Berichten über die Auswirkungen der eigenen Aktivitäten auf den Klimawandel wenden Unternehmen heute vielfältige Berichtsstandards an. Deshalb haben Investoren kaum die Möglichkeit, die Zahlen auf Branchenebene zu vergleichen.

Hoffentlich werden im Rahmen der 26. UN-Klimakonferenz klarere Regelungen bezüglich der Klima-Berichterstattung und anderer im neuen CMS-Bericht angesprochenen Fragestellungen getroffen. Insbesondere stellt sich die Frage, wie sich die Regierungen eine CO2-freie Wirtschaft vorstellen und auf welchen Wegen dieses Ziel erreicht werden soll.

Fazit Munir Hassan: „Klimarisiken sind zu einem festen Bestandteil der Unternehmensplanung geworden. Unternehmen wollen jetzt dringend mehr Klarheit, was diese Risiken angeht. Voraussetzung dafür sind klare klimapolitische Erklärungen der Regierungen und internationalen Institutionen.“

Pressekontakt
presse@cms-hs.com

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