Kovacev sichert Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Fahrradherstellers Böttcher – Investorenprozess läuft
Hamburg – Mit Beschluss vom 7. Oktober 2026 hat das Amtsgericht Meldorf Rechtsanwalt Vanja Alexander Kovacev von der internationalen Wirtschaftskanzlei CMS zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Böttcher Fahrräder GmbH bestellt. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens mit Sitz in Wesseln bei Heide in Dithmarschen wird vollumfänglich und uneingeschränkt fortgeführt. Die Gehälter der knapp 100 Beschäftigten werden zunächst für drei Monate durch das beantragte Insolvenzgeld gesichert.
Die Böttcher Fahrräder GmbH zählt zu den traditionsreichsten Fahrradherstellern Deutschlands und führt ihre Unternehmensgeschichte auf einen im Jahr 1851 gegründeten Manufakturbetrieb zurück. Das Unternehmen ist sowohl in der Fahrradproduktion als auch im Fahrradgroßhandel tätig und insbesondere auf das Geschäft mit gewerblichen Kunden ausgerichtet. Im Jahr 2025 erwirtschaftete Böttcher einen Umsatz von rund 18,1 Millionen Euro. Erst in diesem Jahr wurde die Marke BOETTCHER neu positioniert und das Produktportfolio im Bereich individuell konfigurierbarer Fahrräder sowie vollständig ausgestatteter Modelle weiterentwickelt.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Vanja Alexander Kovacev und sein Team haben unmittelbar nach der Bestellung erste Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebs eingeleitet und Gespräche mit den wesentlichen Verfahrensbeteiligten aufgenommen. Ein vorläufiger Gläubigerausschuss überwacht und unterstützt die Sanierungsbemühungen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb nachhaltig zu sichern und eine tragfähige Fortführungslösung für das Unternehmen zu entwickeln.
„Die Geschäftsführung hat bereits vor dem Insolvenzantrag umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und insbesondere einen strukturierten Investorenprozess angestoßen. Darauf können wir unmittelbar aufbauen“, erklärt Kovacev. „Böttcher ist eine international bekannte deutsche Fahrradmarke mit einer langen Unternehmensgeschichte. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir die bestehenden Sanierungsoptionen sorgfältig prüfen und den bereits begonnenen Investorenprozess konsequent fortsetzen. Interessierte Investoren sind ausdrücklich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.“
Auch der laufende Geschäftsbetrieb bleibt von dem vorläufigen Insolvenzverfahren zunächst unberührt. Bereits erteilte Kundenaufträge sollen planmäßig abgearbeitet werden. Zugleich nimmt das Unternehmen weiterhin neue Aufträge entgegen.
„Unsere Produktion und unsere Geschäftsabläufe laufen unverändert weiter. Wir rechnen derzeit nicht mit Verzögerungen bei der Bearbeitung bestehender Aufträge“, sagt Hauke Niemann, Geschäftsführer der Böttcher Fahrräder GmbH. „Auch auf den bevorstehenden Böttcher Bike Days werden wir unsere Kunden begrüßen und neue Aufträge entgegennehmen. Mit unserer neu positionierten Marke und einem vielseitigen Fahrradprogramm sind wir für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt.“
Vorinsolvenzlich wurde die Böttcher Fahrräder GmbH von den Rechtsanwälten Niklas Marwedel und Dr. Christian Mikolajczak von der Restrukturierungskanzlei SJPP beraten.
Der strukturierte Investorenprozess wird von einem Team der enomyc GmbH unter Leitung von Tim Bauer, Otto Rantzau und Peter Kink begleitet.
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