Private Equity in regulierten Branchen: Herausforderungen und Chancen
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Ob KI-Investments, LifeScience, Defence oder Tax. Unsere neue Blog-Serie analysiert die juristischen Leitplanken für solche regulierten Investments.
Private Equity in regulierten Industrien: Die Flucht in die Stabilität
Der deutsche M&A-Markt zeigt aktuell zwei Gesichter. Während die Transaktionszahlen in der klassischen Industrie und im Konsumgütersektor aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten und hoher Zinsen stagnieren, wächst der Druck im Kessel der Finanzinvestoren. Das Stichwort lautet: Dry Powder.
Weltweit und auch in Deutschland sitzen Private-Equity-Fonds nach Medienangaben auf Rekordsummen an nicht abgerufenem Kapital, das investiert werden muss. In einem Marktumfeld, in dem „Standard-Deals“ zuletzt auf viel Vorsicht gestoßen sind, findet eine spürbare Bewegung hin zu regulierten Branchen statt. Hier bieten sich ganz neue Investitionsmöglichkeiten. In unserer neuen Blog-Serie beleuchten wir, warum Regulierung heute kein Investitionshindernis mehr sein muss, sondern eine Gelegenheit, sich von anderen Investoren abzusetzen.
Anlagedruck trifft auf Selektivität
Dass Investoren verstärkt in Sektoren wie KI, , Lifesciences, Finanzdienstleistungen, regulierte Beratungsbranchen wie die Steuerberatung oder Verteidigung drängen, ist eine logische Konsequenz aus den aktuellen Herausforderungen der Branche:
- Der „Safe Haven“-Effekt: In volatilen Zeiten bieten regulierte Branchen das, was der klassische Mittelstand gerade oft vermissen lässt: Berechenbarkeit. Die staatliche Aufsicht und klare rechtliche Rahmenbedingungen sorgen für eine Stabilität, die konjunkturelle Dellen abfedert.
- Warten auf den „Big Bang“ im Defense-Bereich: Besonders im Verteidigungssektor ist der Appetit riesig. Zwar fehlen in Deutschland aktuell noch die ganz großen Leuchtturm-Transaktionen – von einer flächendeckenden Welle kann man noch nicht sprechen –, doch der Fokus der Fonds hat sich bereits massiv verschoben. Man spricht über Dual-Use und bringt sich in Stellung für die „Zeitenwende“.
- Markteintrittsbarrieren als Renditeschutz: In der klassischen Industrie sind die Margen oft unter Druck. In regulierten Sektoren wirken Lizenzen und regulatorische Hürden wie ein natürlicher Wettbewerbsvorteil. Wer die juristischen Hürden nimmt, kauft sich ein Stück Marktsicherheit und außerordentliche Renditemöglichkeiten.
Ziel der Blog-Serie: Den „Regulierungs-Dschungel“ lichten
Finanz-Investments in regulierte Branchen sind besonders beratungsintensiv. Ein Standard-Unternehmenskaufvertrag und eine „DD light“ reichen nicht aus, um die juristischen Risiken solcher Investments hinreichend abzubilden. Ziel unserer Serie ist es, Licht ins Dunkel der spezifischen juristischen Fallstricke zu bringen.
Wir werden für Sie die Besonderheiten der jeweiligen Branchen herausarbeiten:
- KI & Tech: Wie die neue KI-Verordnung der EU (AI Act) die Due Diligence bei Tech-Investments spürbar beeinflusst.
- Defense & Security: Zwischen Außenwirtschaftsrecht und strengen Geheimhaltungspflichten. Warum das Interesse groß ist, aber viele Deals dann doch sehr herausfordernd sind.
- Lifesciences & Healthcare: Worauf kommt es bei Zulassungsrisiken und komplexen Erstattungsfragen an?
- Finanzindustrie: Die Anforderungen der BaFin und die Bedeutung von Inhaberkontrollverfahren.
Was Sie erwartet
In den kommenden Wochen nehmen wir diese Sektoren einzeln unter die Lupe. Den Anfang macht unser Beitrag zum Thema Investments in KI-Unternehmen, in dem wir erläutern, worauf es insbesondere in der Due Diligence ankommt, wenn das Geschäftsmodell der Zielgesellschaft auch aus KI-Produkten besteht.