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Dispute Resolution

ThemaÜbergangsphaseNach Übergangsphase (ab 1. Januar 2021)
ZuständigkeitMitgliedstaaten profitieren von der EuGVVO (sog. Brüssel-Ia-VO), den darin enthaltenen Zuständigkeitsregeln, der einheitlichen Geltung von Gerichtsstandsklauseln und der Rechtshängigkeitssperre.UK hat seinen Beitritt zum Haager Übereinkommen unter Widerrufsvorbehalt für den Fall der Ratifizierung des Austrittsabkommens erklärt. Sofern zwischen der EU und UK keine Sonderregelung für den Bereich der Zuständigkeit getroffen werden und tatsächlich kein Beitritt zum Haager Übereinkommen erfolgt, könnten UK-Gerichte (wieder) anti-suit injunctions (Prozessführungsverbote) zulassen und (wieder) ihre Zuständigkeit nach der Forum-non-conveniens-Doktrin verneinen.
Anerkennung und VollstreckungMitgliedstaaten partizipieren an der Urteilsfreizügigkeit (automatische Anerkennung und Vollstreckung von Urteilen).Die Anerkennung und Vollstreckung von Urteilen aus UK könnte, sofern zwischen der EU und UK keine Sonderregelung getroffen wird, nur unter Geltung von Regeln für Drittstaaten erfolgen; gleiches würde bei der Vollstreckung von Urteilen aus Mitgliedstaaten in UK gelten.
Der Gerichtsstand UK ist daher auch im Hinblick auf spätere Vollstreckung möglicherweise weniger attraktiv.
Anwendbares RechtAnwendbares Recht bei Schuldverhältnissen mit Auslandsbezug richtet sich mangels Rechtswahl der Parteien nach der ROM-I und ROM-II-VO.Da ROM-I- und ROM-II-VO nur für Mitgliedstaaten gelten, ist in Zukunft wieder nach allgemeinen IPR-Grundsätzen zu entscheiden.
Die Wahl eines (UK-)Gerichts kann das anwendbare Recht indizieren.
Rolle des EuGUK unterliegt bis zum Ende der Übergangsphase der Rechtsprechung des EuGH. UK-Gerichte werden nicht mehr an die Rechtsprechung des EuGH gebunden sein. Das gilt auch für das Verbot von anti-suit injunctions. Ausnahmen gelten für vor Ende der Übergangsphase ergangene Entscheidungen von Organen der EU. 
Arbitration/ADRDie Anerkennung von Schiedsvereinbarungen und die Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche richten sich nach dem New Yorker Übereinkommen, dem UK und die Mitgliedstaaten beigetreten sind.
Die EU-Mediationsrichtlinie 2008/52/EG ermöglicht die Anerkennung und Durchsetzung von Mediationsvereinbarungen innerhalb der Mitgliedstaaten.
Im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit könnten UK Gerichte (wieder) anti-suit injunctions erlassen. 
Das umgesetzte nationale Recht zur Mediationsrichtlinie gilt fort, wenn UK es nicht ändert oder abschafft.