MeToo am Arbeitsplatz
Sensible Aufklärung, angemessene arbeitsrechtliche Maßnahmen und strukturelle Prävention im Rahmen von MeToo-Themen
Hauptansprechpartner:innen
Seit 2017 steht der Hashtag #MeToo weltweit für den Kampf gegen sexuelle Belästigung, Nötigung und Machtmissbrauch – besonders im beruflichen Umfeld. Ausgelöst durch die Vorwürfe gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein entwickelte sich die Bewegung zu einer globalen Initiative gegen sexuelle Übergriffe.
Der Hashtag wird heute millionenfach verwendet, um auf das Ausmaß von geschlechterspezifischer Gewalt und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Die dadurch entstandene Speak-up-Kultur ermutigt Betroffene, Vorfälle zu melden – oft über interne Hinweisgebersysteme (Whistleblower-Systeme). Die Zahl solcher Meldungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Gerichtsverfahren und medienwirksame Berichterstattung zeigen, wie entscheidend ein schnelles, rechtssicheres und diskretes Vorgehen bei MeToo-Vorfällen ist, um Reputationsschäden und wirtschaftliche Risiken zu vermeiden.
Unsere Leistungen bei MeToo-Vorfällen im Unternehmen
Aufklärung von Vorwürfen
Erhalten Sie Meldungen zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder anderen MeToo-relevanten Vorfällen, beraten wir Sie von Beginn an zu Ihren rechtlichen Pflichten. Wir unterstützen Sie bei der Entscheidung, wann und wie interne Ermittlungen einzuleiten sind, und führen diese objektiv, unabhängig und ergebnisoffen durch – im Einklang mit Ihrer Corporate Governance.
Mit unserer langjährigen Erfahrung in internen Untersuchungen und Befragungen von Betroffenen und Zeugen schaffen wir durch unsere berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht eine sichere Gesprächsbasis. Gleichzeitig schonen wir Ihre internen Ressourcen und vermeiden Interessenkonflikte.
Durchsetzung von arbeitsrechtlichen Maßnahmen
Nach Abschluss der Untersuchung begleiten wir Sie bei der rechtssicheren Umsetzung von arbeitsrechtlichen Konsequenzen – von Abmahnung über Versetzung und Freistellung bis hin zur Kündigung. Wir stellen sicher, dass alle Schritte gesetzeskonform und prozessfest sind.
Implementierung und Weiterentwicklung von Compliance Management Systemen (CMS)
Ein wirksames Compliance Management System ist der Schlüssel zur Prävention von MeToo-Vorfällen. Wir unterstützen Sie bei der Implementierung und Optimierung – inklusive klarer Verhaltensrichtlinien und interner Prozesse, abgestimmt auf Ihre Unternehmenskultur und Werte.
Schulungen und Prävention
Unsere Schulungen und Trainings sensibilisieren Führungskräfte und Mitarbeitende für Grenzüberschreitungen, sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch. Mit praxisnahen Fallbeispielen verdeutlichen wir rechtliche und ethische Grenzen und stärken so die Awareness im Unternehmen.
Über das interne Hinweisgebersystem einer international tätigen Technologiegruppe gingen innerhalb einer Woche zwei anonyme Meldungen ein. Beide enthielten teilweise übereinstimmende Hinweise auf unangemessene und sexualisierte Äußerungen einer Führungskraft gegenüber Mitarbeitenden.
Zudem wurde eine dienstlich genutzte Chatgruppe erwähnt, in der relevante Nachrichten ausgetauscht worden sein sollten. Den Meldungen zufolge hatten Betroffene aus Sorge vor beruflichen Nachteilen bislang davon abgesehen, die Vorfälle gegenüber der Unternehmensleitung offenzulegen.
Für die Geschäftsführung war zunächst unklar, ob es sich um einzelne Vorfälle oder um ein weitergehendes strukturelles Problem handelte. Gleichzeitig bestand unmittelbarer Handlungsbedarf: Die Hinweise mussten sorgfältig geprüft, relevante Informationen gesichert und die Rechte aller Beteiligten gewahrt werden.
Die Geschäftsführung beauftragte uns mit der internen Untersuchung des Sachverhalts und der rechtlichen Begleitung der daraus folgenden Maßnahmen.
Vorprüfung und Vorbereitung
Zu Beginn bewerteten wir die Hinweise gemeinsam mit der internen Compliance-Funktion auf Plausibilität, Konkretheit und Relevanz. Über die geschützte Kommunikationsfunktion des Hinweisgebersystems konnten Rückfragen an die hinweisgebenden Personen gestellt und wesentliche Sachverhaltsfragen eingegrenzt werden.
Auf dieser Grundlage entwickelten wir einen Ablaufplan mit klaren Arbeitsschritten, Zuständigkeiten und einem engen Zeitrahmen.
Datensicherung und interne Kommunikation
Da die Meldungen auf digitale Beweismittel hindeuteten, wurden relevante dienstliche E-Mails, Chatverläufe und Kalendereinträge gesichert. Die anschließende Auswertung erfolgte unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Vorgaben.
Parallel prüften wir die bestehenden internen Richtlinien und Meldewege. Außerdem unterstützten wir die Geschäftsleitung bei der internen Kommunikation, die die Vertraulichkeit der Untersuchung und die Handlungsfähigkeit der verantwortlichen Stellen gewährleisten sollte.
Gespräch mit der beschuldigten Führungskraft
Innerhalb einer zweiwöchigen Untersuchungsphase führten wir zunächst ein Gespräch mit der beschuldigten Führungskraft. Sie erhielt Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und ihre Sichtweise darzustellen. Die Identität der hinweisgebenden Personen wurde dabei geschützt.
Interviews mit Mitarbeitenden und Auswertung
Anschließend interviewten wir fünf Beschäftigte aus der betroffenen Organisationseinheit, darunter mehrere Personen, die in den Meldungen als Betroffene genannt worden waren.
Mehrere Aussagen bestätigten übereinstimmend wiederholte unangemessene und sexualisierte Äußerungen der Führungskraft. Darüber hinaus ergaben sich Hinweise auf entsprechende Nachrichten über dienstlich genutzte Mobiltelefone. Für weitergehende körperliche Übergriffe ließen sich dagegen keine ausreichenden Anhaltspunkte feststellen.
Die Interviewergebnisse wurden mit der gesicherten Kommunikation und weiteren Dokumenten abgeglichen. Ergänzend untersuchten wir, wie frühere Beschwerden innerhalb des Unternehmens behandelt worden waren.
Die Erkenntnisse, ihre tatsächliche Grundlage und die rechtliche Bewertung wurden in einem Untersuchungsbericht zusammengeführt.
Untersuchungsergebnis und strukturelle Erkenntnisse
Die Untersuchung bestätigte die Vorwürfe verbaler Grenzüberschreitungen weitgehend. Zugleich wurde deutlich, dass der Sachverhalt nicht allein auf das Verhalten einer einzelnen Führungskraft reduziert werden konnte.
Im betroffenen Bereich bestand ein ausgeprägtes Machtgefälle. Beschäftigte hatten Sorge, dass eine Meldung negative Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung haben könnte. Frühere Hinweise wurden teilweise nicht konsequent verfolgt oder waren nicht nachvollziehbar abgeschlossen worden.
Auch die internen Regelungen wiesen Lücken auf. Insbesondere fehlten klare Zuständigkeiten und verlässliche Eskalationswege für Beschwerden gegen Führungskräfte.
Mit unserem Untersuchungsergebnis erhielt die Geschäftsleitung nicht nur eine Grundlage für den Umgang mit dem konkreten Fall. Die Untersuchung machte zugleich Handlungsbedarf in den Bereichen Leadership, Compliance und Beschwerdemanagement sichtbar.
Rechtliche und organisatorische Maßnahmen
Auf Grundlage des Untersuchungsberichts zeigten wir der Mandantin die in Betracht kommenden arbeitsrechtlichen Maßnahmen auf und begleiteten sie bei der Umsetzung der getroffenen Entscheidungen.
Darüber hinaus unterstützten wir das Unternehmen bei der Weiterentwicklung seiner internen Strukturen und Präventionsmaßnahmen.
Ergänzend wurden Schulungen und Dialogformate für Mitarbeitende und Führungskräfte durchgeführt. Ziel war es, problematisches Verhalten früher zu erkennen, Hinweise angemessen zu behandeln und Verantwortlichkeiten im Unternehmen klarer zu verankern.
Fazit
Ergebnisse unserer Beratung:
- eine strukturierte und vertrauliche Aufklärung des Sachverhalts,
- eine dokumentierte Grundlage für unternehmerische und arbeitsrechtliche Entscheidungen,
- Transparenz über Schwächen in bestehenden Beschwerde- und Eskalationsprozessen,
- sowie rechtliche und organisatorische Handlungsoptionen.
Der Fall zeigt: Interne Untersuchungen müssen den konkreten Sachverhalt zuverlässig klären. Gleichzeitig sollten sie sichtbar machen, welche organisatorischen Bedingungen Fehlverhalten begünstigt oder dessen Aufdeckung erschweren.
Unsere Beratung verband daher die Sachverhaltsaufklärung mit arbeitsrechtlicher Bewertung, der Erstellung einer Kommunikationsstrategie und der Weiterentwicklung interner Compliance-Strukturen.
Ihre Vorteile mit CMS
- Diskrete & rechtssichere Bearbeitung von MeToo-Vorwürfen
- Unabhängige interne Untersuchungen ohne Interessenkonflikte
- Arbeitsrechtliche Begleitung bis zur Umsetzung von Maßnahmen
- Präventive Compliance-Strategien und Awareness-Trainings
- Schutz vor Reputations- und wirtschaftlichen Schäden
Expertinnen und Experten für MeToo am Arbeitsplatz
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