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Newsletter 07 Dez 2022 · Deutschland

Der digitale Euro – das Zah­lungs­mit­tel von morgen

4 min. Lesezeit

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Zentralbanken weltweit beschäftigen sich intensiv mit der Anpassung von Zentralbankgeld an das digitale Zeitalter. Auch die EZB und die nationalen Zentralbanken im Eurosystem, wie z. B. die Deutsche Bundesbank, arbeiten mit Hochdruck daran, den Euroraum fit für den Zahlungsverkehr von morgen zu machen.

Was muss man sich unter einem digitalen Euro vorstellen?

Ein digitaler Euro wäre digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency – CBDC) und neben Bargeld und Einlagen auf Zentralbankkonten eine weitere Geldform, die von einer Zentralbank ausgegeben wird. Dabei sind verschiedene Ausgestaltungen möglich – Wholesale CBDC für Interbankengeschäfte sowie Retail CBDC für Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher. Damit die Menschen im Euroraum Zentralbankgeld für ihre digitalen Zahlungen nutzen können – genauso wie sie heute ihre Einkäufe in Geschäften mit Bargeld bezahlen können –, bedarf es eines Retail CBDC als digitalen Zahlungsmittels für jedermann, das als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt ist.

Auch wenn die technische und rechtliche Ausgestaltung noch ganz am Anfang steht, zeichnet sich doch bereits heute ab, dass der digitale Euro verschiedene grundlegende Eigenschaften haben soll, um eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. So soll der digitale Euro sicher, kostengünstig und wertstabil sein sowie Defizite im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr im Euroraum verringern. Anders als beispielsweise „private“ Krypto- bzw. Payment-Token, wie Bitcoin oder Ethereum, soll der digitale Euro jedoch ausschließlich als Zahlungsmittel und nicht der Geldanlage oder spekulativen Zwecken dienen. Vertreterinnen und Vertreter der EZB und der Bundesbank haben zudem wiederholt klargestellt, dass das Eurosystem auch künftig Bargeld anbieten wird; der digitale Euro soll das Bargeld ergänzen, es jedoch nicht ersetzen.

Was gilt es zu beachten?

Auch heute schon gibt es gut funktionierende Zahlungsmethoden, die ohne Bargeld auskommen. Es stellt sich also die Frage, wieso es überhaupt eines digitalen Euros bedarf. Neben der Bewahrung der Rolle von Zentralbankgeld als Anker des Zahlungssystems – damit die verschiedenen Formen des Geldes, das heißt Zentralbankgeld und private Geldformen wie Bankeinlagen, Kreditkarten und elektronische Bezahllösungen, weiterhin nebeneinander bestehen und ineinander umgetauscht werden können – spielen aus Sicht der EZB und der Bundesbank immer mehr strategische Überlegungen eine Rolle. Denn ein digitaler Euro würde als europäische Zahlungslösung zur strategischen Autonomie Europas beitragen. Damit könnte man sich unabhängiger von privaten Anbietern (Stichwort Big Techs) oder anderen Nationen machen, die ebenfalls an digitalen Lösungen arbeiten oder bereits digitales Zentralbankgeld eingeführt haben.

Gleichzeitig muss ein umfangreicher Abfluss von Einlagen aus dem Bankensektor und die Umschichtung in Zentralbankgeld vermieden werden. Quantitative Obergrenzen für individuelle Guthaben oder eine unattraktivere Verzinsung größerer Guthaben sollen verhindern, dass der digitale Euro als Anlageform statt ausschließlich als Zahlungsmittel verwendet wird. Zugleich soll die Rolle der Banken als Finanzintermediäre erhalten bleiben. Diese könnten insbesondere bei der Verbreitung des digitalen Euros im Retailbereich eine wichtige Rolle spielen und Kompetenzen der Privatwirtschaft, insbesondere im Onboarding von Verbraucherinnen und Verbrauchern oder der Anti-Geldwäsche-Prüfung, einbringen. Dienstleistungen und Geschäftsmöglichkeiten der Privatwirtschaft sollen durch den digitalen Euro erweitert und nicht begrenzt werden. 

Weiterhin offen sind indes Fragen zum Schutz der Privatsphäre. EZB und Bundesbank haben eingeräumt, dass eine vollständige Anonymität bei Nutzung des digitalen Euros nicht erreichbar sei, da die Übertragung von digitalem Geld immer in einem elektronischen Register erfasst würde, damit das Geld nicht kopiert und mehrfach verwendet werden könne. Spannend bleibt auch die Diskussion um die „Programmierbarkeit“ von Zahlungen, also die automatische Auslösung von Zahlungen mittels smart contracts unter Verwendung von Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien.
(Beispiel: E-Auto bezahlt selbstständig an der Ladesäule im Parkhaus).

Wann ist mit dem digitalen Euro zu rechnen?

Bis der digitale Euro einsatzfähig ist, wird noch einige Zeit vergehen. Momentan arbeitet das Eurosystem an spezifischen Fragen zur möglichen Ausgestaltung des digitalen Euros. Ende 2023 wird das Eurosystem dann entscheiden, ob es in die dreijährige Realisierungsphase eintritt, um konkrete technische Lösungen und Regelwerke zu entwickeln und zu erproben. Vor 2026 ist somit nicht mit der Einführung eines digitalen Euros zu rechnen.

Zugleich haben verschiedene Banken in Deutschland kürzlich ihre Überlegungen für einen Giralgeld-Token bzw. Commercial Bank Money Token (CBMT) vorgestellt. Dadurch soll tokenisiertes Buchgeld geschaffen werden, das beispielsweise programmierbare Transaktionen zwischen Unternehmen oder auch Mikrozahlungen ermöglicht. Somit wird klar, dass sich nicht nur die Zentralbanken fit für die Zukunft des Zahlungsverkehrs machen wollen.

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